Knochenschwund und Knochenaufbau

By | November 13, 2015

Knochenschwund und Knochenaufbau

Gerade wenn man Implantate nutzen möchte, muss die vorhandene Knochensubstanz ausreichend sein. Leider ist oft der Kieferknochen in Breite und Höhe reduziert, was häufig durch Knochenschwund ausgelöst wird. Ein Kochaufbau wird nötig, wenn man dennoch implantieren möchte. Dieser kann gleichzeitig oder vorgängig mit dem Einsetzen der Implantate durchgeführt werden.

 

Verwendung körpereigener Knochen

Eigene Knochen oder Knochenersatzmaterial kommen hierbei als Aufbaumaterial in Frage, wobei nachbarlich der Aufbau mit körpereigenen Knochen immer noch am Besten geeignet ist. Diese werden aus dem Bereich des Kinns oder des Kieferwinkels entnommen und verpflanzt. Sollte es sich um sehr ausgedehnte Aufbauten handeln, kann es erforderlich werden, außerhalb des Mundes Knochen zu entnehmen, dann kommen z.B. Beckenknochen zum Einsatz.

 

Verwendung von Schrauben

Die Knochenstücke werden nun mit kleinen Titanschrauben an dem Kieferabschnitt fixiert,  der aufgebaut werden soll. Eine weitere Möglichkeit ist, dass man die Knochen zermalmt und mit einer speziellen Membran ein Knochentransplantat einheilen lässt und dann nach ca. 6 Monaten ein Zahnimplantat einsetzten kann.

 

Knochenaufbau durch Membranen

Der Aufbau durch Membranen wird auch GBR (Guided Bone Regeneration) oder GTR (Guided Tissue Regeneration) genannt. So kann diese Membran z.B. aus Kollagen hergestellt werden, diese ist dann selbstauflösend und muss nicht entfernt werden. Wenn es sich um kleinere Defekte handelt, kann aber auch synthetisches oder natürliches Knochenersatzmaterial eingesetzt werden. Innerhalb von 3-8 Monaten wird künstlicher Knochen von eigenen Knochen durchwachsen und dadurch allmählich ersetzt.

 

Sinuslift als besonderer Knochenaufbau

Der Sinuslift ist eine besondere Art des Knochenaufbaus. Im Seitenzahnbereich des Oberkiefers führt die Kieferhöhle zu einer unzureichenden Knochenhöhe. Daher ist eine einfache Implantation oft unmöglich. Das Sinuslift-Verfahren schafft dabei Abhilfe.

 

Der Eingriff

Die bedeckende Schleimhautmembran wird über einen operativen Zugang vom Mund vorsichtig angehoben. Der Hohlraum wird anschließend mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Die Implantate können bei einer gewissen Höhe des Eigenknochen zeitgleich mit der Sinusliftoperation eingesetzt werden. Sollte ein geringes Knochengebot bestehen, muss zuerst der Knochen aufgebaut, bevor das Implantat sechs Monate später eingesetzt werden kann.

 

Vorteile des Sinuslift

Einige wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Sinuslift die gleichen Ergebnisse bringen kann wie die Verwendung von Eigenknochen. Es wird daher ausschließlich Knochenersatzmaterial verwendet, da man dem Patienten so die Entnahme von eigenem Knochen erspart. Er zählt mittlerweile als eine Routineoperation, die gute Ergebnisse bringen kann. Allerdings sollte man sich darüber im klaren sein, dass ein Eingriff in der seitlichen Kieferhöhlenwand ein gewisses Operationstrauma mit sich bringt. Aus diesem Grund werden neue minimalinvasive Techniken ausprobiert.

 

Mehr Informationen: zahnarzt-in-ungarn.ch